Frequently Asked Questions - Fragen

FAQs - Fragen

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Unsere Pferde entwickelten sich während der Evolution zu großen auf weiten Flächen lebenden Steppentieren. Ihre Nahrung bestand im Wesentlichen aus kurzem, harten Gras. Auf kilometerlangen Wanderungen und unterschiedlichsten Untergründen wurde beim Grasen Sand, Schmutz und anderes reibendes Material mit aufgenommen. Die Schneidezähne dienten dabei auch zum Ausgraben von Mineralien aus dem Boden und Abnagen von Rinde von Bäumen. Das führte zur Abnutzung der Schneidezähne im gleichen Maße wie bei den Kauflächen der Backenzähne. Aus diesem Grund "wuchsen" Schneide- und Backenzähne jeweils (auch heute noch) um ca. 3 mm pro Jahr.

An den Außenrändern der Backenzähne kam es im Normalfall zur Bildung von scharfen Kanten. Im Rahmen einer natürlichen Lebensweise war dies jedoch noch kein ernsthaftes Problem, weil durch ausreichende Mal.- und Kaubewegungen in Verbindung mit kleinen Steinchen die Kanten wegbrechen konnten. Ein Versagen dieses Mechanismusses führte ansonsten zur Schwächung des Tieres und es wurde unweigerlich Opfer seiner natürlichen Feinde.

Die Haltung des Pferdes, wie wir sie heute kennen, brachte einschneidende Veränderungen:

  • Weiden.- und Boxenhaltung (wenig Bewegung), 
  • Füttern mit Heu (kein Graben nach Futter z. B. im Winter), dazu meist Körner und/oder Pellets.
  • An dieses "all-inclusive" Angebot hat sich das Tier, bedingt durch die langsame Evolution, bis heute nicht anpassen können, da diese Prozesse in der Regel mehrer 10 tausende von Jahren in Anspruche nehmen.

 

Man sollte regelmässige Kontrollen ab dem 6 Lebensmonat beginnen, um eventuelle Fehlstellungen und sonstige Pathologien möglichst früh zu erkennen.

Bis zum Ende des 5. Lebensjahres empfiehlt sich eine halbjährliche Kontrolle,
weil bis dahin der Zahnwechsel stattfindet und abgeschlossen ist. Schäden
für das bleibende Gebiss können in dieser Zeit bei rechtzeitigem Erkennen 
und Beheben abgewendet, zumindest aber gering gehalten werden.
Danach ist im Allgemeinen eine jährliche Kontrolle ausreichend.

Ausnahme: Pferde mit Gebissanomalien sollten dagegen weiter halbjährlich inspiziert werden.

Die Schneidezähne werden nicht mehr ausreichend gefordert und schieben sich aus dem Kiefer, ohne entsprechend abgenutzt zu werden.

Durch übermäßiges, nicht artgerechtes Futter wie Getreide, Mais und Pellets nutzen dagegen die Backenzähne unphysiologisch, d. h. ggf. zu stark und nicht im normalen Abriebsmuster, ab.

Zu lang gewordene Schneidezähne halten die Backenzähne zusätzlich auseinander, wodurch dem Pferd ein normales Kauen unmöglich gemacht wird. Um die Backenzähne trotzdem aufeinander zu bekommen, wendet das Tier dann noch mehr Kraft auf. Als Folge kippen die Schneidezähne nach vorne weg, und es kommt in vielen Fällen zu parodontoseartigen Zuständen (Futterreste zwischen den Zähnen als ein sichtbares Zeichen), mit einher gehenden Schmerzen in den Zähnen und besonders den Kiefergelenken.

Die 3-Punkt-Balance (Kiefergelenk (1) - Backenzähne (2) - Schneidezähne (3)) ist nicht mehr gegeben

Zu lange Schneidezähne begünstigen auch die Hakenbildung auf den unteren Backenzähnen vorne und den oberen Backenzähnen hinten.

Das regelmäßige Kürzen der Schneidezähne, um die Backenzähne in Reibung zu halten, ist daher die zwingende, weil logische Schlußfolgerung.

Hier ein Video das o.g. nochmals verdeutlicht:

 


Sollte das Video nicht angezeigt werden, dann hier klicken

Die Kauflächen der Backenzähne überdecken sich beim Pferd im Ruhezustand nicht vollständig. Der Unterkiefer ist schmale als der Oberkiefer. Die Unterkieferbackenzähne mahlen gegen die Backenzähne des feststehenden Oberkiefers. 

Um den Abrieb durch die Mahlbewegung auszugleichen, werden die Zähne des Pferdes ständig nachgeschoben (ca. 3 mm / Jahr)

Haltungs- und fütterungsbedingt werden die Zähne nicht in dem Maße abgenutzt, wie sie nachgeschoben werden. Hier enstehen ungleiche Zahnlängen an verschiedenen Ecken der Pferdezähne.

Man bezeichnet sie je nach Lage und Form als Haken, Rampen oder Kanten.

Als Haken bezeichnet man die am ersten oder letzen Zahn entstehenden, nicht abgenutzten Zahnüberstände. In stark ausgeprägter Form bezeichnet man diese Überstände am letzen Zahn auch als Rampen, was sich aus ihrer Form erklärt.

Diese Hakenbildung hat nichts mit dem Hakenzahn zu tun, der auch Hengstzahn oder Wallachzahn (Canini) im Zwischenzahnspalt (Lade, Diastema) wächst.

Der Unterkiefer ist in vielen Fällen, besonders bei älteren Pferden etwas zurückverlagert. Dadurch wird der erste Backenzahn am Oberkiefer (P2) nur ungenügend abgenutzt. da die Backenzahnreihen des Ober- und Unterkiefers gleich lang sind, hat meist der letzte Backenzahn am Unterkiefer (M3) einen Haken oder Rampe am hinteren Zahnrand.

Diese Haken (P2) des Oberkiefers können extrem scharf sein und beim Kauen die Zunge und die Schleimhäute des Pferdes reizen oder gar verletzen. Es kommt zu chronischen Entzündungen bis hin zu Geschwürbildung (Ulcus), die nachvollziehbare Schmerzen verursache.

Die Verwertung des Futter sinkt und der Futterzustand des Pferdes verschlechtert sich zusehends. Reiterlich haben diese Pferde deutliche Probleme.

 

 

 

 


Diese Pferde fressen folglich ebenfalls schlecht und zeigen häufig Kopfschlagen beim Reiten. In diesem Fall wird die Schleimhaut des gegenüberliegenden Oberkiefers gereizt oder verletzt und das Kauen bereitet Schmerzen.Die Haken am letzen Unterkieferbackenzahn (M3) sind schwieriger zu erkennen. Diese Hakenbildung kommt fast immer in Verbindung mit der Hakenbildung am vorderen Backenzahn des Oberkiefer.

Dies hat auch extrem Auswirkungen auf die Rittigkeit. Während der Beizäumung (das Pferd „steht am Zügel“ → vermehrte Halswölbung und Biegung im Genick) wölbt das Pferd den Hals. Das Genick wird zum höchsten Punkt und der Nasenrücken bewegt sich fast in die Senkrechte (bei manchen Reitern auch weit hinter die Senkrechte :-( )

In dieser Position des Kopfes kommt es zu einer geringgradigen Vorverlagerung des Unterkiefers (Anterieur-Posterieur-Bewegung kurz AP-Bewegung). Bei bestehenden Haken kann dieser "Gleitmechanismus" nicht mehr funktionieren. Es entsteht folglich Spannung zwischen den Kiefern und Druck auf die Kiefergelenke (TMG Temporomandibulargelenk) wird erhöht. Diese Spannung kann sehr unangenehm werden un die Pferde versuchen sich gegen diesen Druck meist durch Kppfschlagen (head shaking) zu wehren. Dies kann sich auch in Steigen äussern.

Als Kanten bezeichnet man den Zahnüberstand am seitlichen Rand des Zahnes. Kanten an den Backenzahnreihen der Ober- und Unterkiefer sind bei fast allen Pferden vorhanden. Sie enstehen durch ungenügenden Abrieb hervorgerufen durch ungenügendes Kauen. Zur Erinnerung: Der Unterkiefer mahlt gegen der Oberkiefer. In Ruhe werden die Mahlflächen der Oberkiefer nur zu etwa 30% von der Kaufläche des Unterkiefers abgedeckt.

Während des Kauvorganges sollte der Unterkiefer die gesamte Kaufläche des Oberkiefers abnutzen. Dazu bewegt sich der Unterkiefer in flachen kreisenden Bewegungen gegen den Oberkiefer. Es entsteht eine in einem Winkel von 10 - 15° nach außen abfallende Kaufläche. Ist die Kaufintensität nicht ausreichend und/oder die Winkelung ungleich, wird der Kauzirkel nicht komplett bis zum äußeren Rand des Oberkieferbackenzähne ausgeführt. So enstehen an deren Rand durch ungenügende Abnutzung zum teil rasierklingenscharfe Zahnüberstände, die man Kanten nennt.

Diese Kanten reizen oder verletzen die Schleimhäute der Backen. Die Kauintensität wird durch die Schmerzen nochmals verringert und die Zahnkanten werden dadurch nur noch größer - ein Teufelskreis...

Das Gleiche passiert an den Backenzähnen des Unterkiefers in Richtung der Zunge (lingual). Kleine und sehr scharfe Kanten verletzen die Zunge sehr schnell. Die Zunge beim Pferd ist sehr beweglich und sie ist für den Weitertransport der Nahrung im Maul verantwortlich. Die Aufgabe der Zunge ist deswegen nicht zu unterschätzen. Bei geschlossenem Maul füllt die Zunge den gesamten Maulhöhlenbereich zwischen den Zähnen aus. Wird die Zunge nun durch Schmerz gereizt, wird die Zungentätigkeit eingeschränkt. Das Futter wird nicht mehr oder nur beschränkt weitergeführt. Auch hier wird die Kaubewegung verringert, um Scherzen zu vermeiden. Statt in der Mitte zwischen den Kiefern zu zermahlen und transportiert zu werden, staut sich das Futter zwischen den Zahnreihen und Backenschleimhaut. Die Pferde beissen auf dem Futter herum, wie auf einem Kaugummi. Es kommt zum "Wickelkauen" oder "Priemkauen" und die meist aus Raufutter geformten Bällchen fallen den Pferden kann wieder aus dem Maul. Durch schlechtes Kauen und ungenügenden Zerkleinerung langfaseriger Futterbestandteile kann es zu Schlundverstopfungen und zu metabolischen Störungen im Organismus kommen.

Da es aber leider bei Tierärzten, Pferdezahnärzten, Pferdedentalpraktikern und Dentisten auch viele Blender gibt, die nur eine gute Show aber keine gute Arbeit abliefern, ist es für den Pferdebesitzer sehr schwer zu entscheiden, wem er vertrauen soll.

Grundsätzlich gilt, dass auch ein Tierarzt eine Zusatzausbildung haben sollte, welche ihm oder ihr das notwendige Wissen und vor allem die notwendige Fertigkeit vermittelt hat, eine Pferdezahnbehandlung korrekt durchzuführen. Diese ist in der Regel für Pferdedentalpraktiker, Pferdedentisten und Tierärzte die gleiche Ausbildung.

Fragen Sie immer, wo die Ausbildung stattgefunden hat und wie lange man einen solchen Lehrgang besucht hat, denn: Ein Wochenendseminar macht noch lange keinen Spezialisten!

Erkundigen Sie sich genau und bedenken Sie immer: Wenn Sie etwas nicht logisch empfinden, tun Sie es nicht - Ihrem Pferd zuliebe!

Einige Indizien für eine sorgfältige Zahnbehandlung sollen hier aufgeführt werden:

  • Eine gute Zahnbehandlung dauert 40 bis 60 Minuten, in 15 oder 20 Minuten kann nur eine oberflächliche und ungenügende Behandlung stattfinden.
  • Es wird eine genaue Untersuchung des Patienten durchführt. Dazu gehört eine äußerliche Untersuchung und eine genaue Untersuchung der Maulhöhle. Auch die Befragung des Halters nach eventuellen Auffälligkeiten sollte nicht fehlen.
  • Für eine gründliche und schonende Zahnbehandlung braucht man eine saubere (hygienische) und gute und vollständige Ausrüstung, die die korrekte Bearbeitung der Backen- und Schneidezähne erlaubt (mindestens ein Maulgatter (Der Maulöffner nach Schoupe, der wie ein Tauchsieder bzw. wie eine Metallspirale aussieht, ist für das Pferd gefährlich. Es besteht eine hohe Verletzungsgefahr für die Gaumenarterie (A. palatina) und Frakturgefahr (Bruchgefahr) der Backenzähne, wenn das Pferd darauf herumkaut. Und da die meisten Pferde darauf kauen werden, gehört dieser Maulkeil nicht in ein Pferdemaul!) und eine Kopflampe und/oder eine Maulgatter-Leuchte, sowie ein Dentalhalfter bzw. Kopfständer)
  • Was die Funktion des Pferdegebisses angeht, werden im Vorfeld mindestens folgende Parameter getestet: 
    • Anterieur-Posterieur Bewegung (AP-Bewegung)
    • Lateralbewegung des Unterkiefers
    • Okklusion der BackenzÃ�¤hne
    • Zustand der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke.
  • Die Behandlung erfolgt ruhig und so schonend wie möglich für das Pferd.
  • Es wird jede Behandlung dokumentiert und die Ergebnisse der Untersuchung und der Behandlung schriftlich dokumentiert. Der Halter erhält ein Exemplar des Behandlungsberichts (Gebiss-Pass)

 

Karies tritt beim Pferd deutlich seltener auf als beim Menschen, sollte aber dennoch ernst genommen werden und bei jeder Routineuntersuchung des Gebisses sorgfältig beachtet werden. 

Beim Menschen sind 99 % der Bevölkerung von Karies betroffen. Beim Pferd ist dies deutlich weniger. Laut einer Untersuchung an schwedischen Schlachtpferden tritt die Erkrankung immerhin noch bei mehr als 6 % der Pferde auf. Die Karies ist beim Pferd in unterschiedlichen Ausprägungen und an unterschiedlichen Lokalisationen anzutreffen. Neben der Grunderkrankung kann es zu Komplikationen kommen. So bewirkt eine zu starke Demineralisation Zahnfrakturen. Außerdem kann eine fortgeschrittene Karieserkrankung zu tiefergehenden Infektionen des Zahnes führen. 

Je nach Lage am Zahn wird beim Pferd zwischen peripherer Karies und Infundibularkaries unterschieden. Die periphere Karies tritt vor allem an den Außenflächen der Molaren im Oberkiefer auf, begünstigt durch eine lokale Übersäuerung infolge von konzentratreicher Fütterung und Gabe von Silage. Die Infundibularkaries hingegen geht von der Kaufläche des Zahns aus. Prädisponierend wirkt sich eine Zementhypoplasie des Infundibulums aus, die beispielsweise durch eine zu frühe Entfernung der Zahnkappe verursacht wird. Durch Kaubewegungen wird vermehrt Futter in die unvollständig mit Zahnzement gefüllten Infundibula gepresst. In Bereichen mit Malokklusion verstärkt sich dieser Effekt noch. Beim bakteriellen Abbau dieser Futterreste entsteht Säure, die zunächst den Zement dekalzifiziert. Später kommt es auch zur Nekrose von Schmelz und Dentin. Das Einbrechen der Karies in benachbarte Pulpen hat eine Pulpitis zur Folge. Im weiteren Verlauf sind Apikalinfektion, Sinusitis und Fistelbildung möglich. 

Bei jeder Routinezahnuntersuchung sollte sorgfältig auf Anzeichen von Karies geachtet werden. Die periphere Karies lässt sich ohne Hilfsmittel an den gaumenseitigen Flächen der Oberkiefermolaren nachweisen. Die betroffenen Areale sind rau und bräunlich verfärbt, das Zahnfleisch gerötet. Zur Beurteilung der Infundibula ist die Verwendung eines Zahnspiegels empfehlenswert. Auch hier dient die dunkle Verfärbung als deutlicher Indikator. Zur Abschätzung der Tiefe des kariösen Infundibulums kann dieses nach Reinigung mit Parodontalsonden oder Kanülen sondiert werden. 

Die Behandlung der Karies erfolgt durch Ausfräsen und anschließendes Verfüllen in mehreren Schichten.

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