Wie oft sollten die Zähne beim Pferd kontrolliert und gegebenenfalls behandelt werden? Lesen Sie hier wie oft und warum...

1  mal  im Jahr bei Pferden, die älter als 5 Jahre sind

2 mal im Jahr bei Pferden im Alter von 2,5 bis 4,5 Jahren, weil in diesem Alter etwa halbjährlich ein Zahnwechsel stattfindet und Milchkappen entfernt werden sollten. Bei Pferden, denen ein Zahn fehlt, oder die eine Fehlstellung der Kiefer haben. Die Zähne, die dann keinen gegenüberliegenden Zahn (Antagonist) und entsprechenden Abrieb haben, werden schnell zu lang und blockieren die sogenannte AP-Bewegung (Anterior-Posterior Bewegung) des Unterkiefers.

Diese AP-Bewegung ist eine Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Unterkiefers. Sie ist Bestandteil des Kauzyklus eines Pferdes. 

Ein Pferd kann pro Kau-Zyklus nur auf einer Seite kauen.
Die normale Bewegung des Unterkiefers im Rahmen eines
Kau-Zyklus’ ist: runter – raus – hoch – rein.
 
Wenn das Pferd den Kopf hebt und senkt, findet eine geringe Vorwärts-Rückwärts-Bewegung des Unterkiefers statt. Diese Beweglichkeit ist äusserst wichtig für das Pferd. Wenn das Pferd den Kopf senkt, fährt der Unterkiefer vor, wodurch die Schneidezähne besser in Kontakt kommen. Hierdurch wird dem Pferd das Grasen erleichtert. 
 

 
Das Gebiß der Pferde ist darauf spezialisiert hartes Steppengras abzubeißen und zu zermahlen. Die Pferde bekommen bei der heute üblichen Haltungsform weicheres und energiereicheres Futter als es die Natur vorgesehen hat. Da beim Zermahlen dieser Nahrung die Seitwärtsbewegung der Kiefer verringert ist, wird die Bildung von scharfen Kanten an den Backenzähnen begünstigt.
 
Pferdezähne hören erst mit über 20 Jahren mit dem Längenwachstum auf, sie schieben sich jährlich etwa 2-3 mm aus dem Zahnfach heraus. Die Zähne schleifen sich an der Nahrung, aber auch gegenseitig ab. Fehlt ein Zahn, oder ist ein Kiefer kürzer als der Gegenkiefer, so fehlt dem gegenüberliegendem Zahn der Abrieb. Dieser Zahn (Antagonist) wird dann so lang, daß er bald die Beweglichkeit der Kiefer blockiert und sich sogar in das Zahnfleisch und in den Kieferknochen der gegenüberliegenden Seite bohren kann.
 
Häufig werden die Schneidezähne zu lang, da sie nicht mehr zum Abbeißen von Gras gebraucht werden und der entsprechende Abrieb fehlt. Dadurch haben die Backenzähne beim Zermahlen des Futters einen zu großen Abstand und zu wenig Kontakt. Auch hier ist in der Regel die AP-Bewegung gestört bzw. blockiert.

Der Oberkiefer der Pferde ist breiter als der Unterkiefer. Deshalb entstehen am Oberkiefer außen und am Unterkiefer innen scharfe Kanten. Diese Kanten verletzen die Backenschleimhaut (Oberkiefer) und die Zunge (Unterkiefer)

Entstehung einer Milchzahnkappe

Bumps

Beim Zahnwechsel können sich die Milchzähne (Milch-Kappen) zwischen zwei anderen Zähnen einklemmen. Der Zahnwechsel kann nicht stattfinden, der verbliebene Zahn übt starken Druck auf den Kieferknochen aus und es bilden sich Knochenauftreibungen (Beulen oder sogenannte "Bumps") am Unterkiefer.
Wolfszahn Viele Pferde haben im Oberkiefer vor dem ersten Backenzahn einen Wolfszahn, Wolfszähne treten schon mit etwa 7 Monaten in Erscheinung. Manchmal hat der Wolfszahn das Zahnfleisch nicht durchbrochen, er wird dann als "blinder Wolfszahn" bezeichnet. Wolfszähne sind rudimentäre Zähne (P1) aus der Entwicklungsgeschichte des Pferdes. Sie sind meistens sehr klein (wie ein menschlicher Eckzahn) und haben kurze Wurzeln. Sie liegen genau dort wo auch das Trensengebiß aufliegt und stören deshalb häufig. Sie sind im Normalfall leicht zu entfernen.

 

Bearbeitung der Schneidezähne

Allzu oft werden die Schneidezähne bei eine Behandlung völlig ausser Acht gelassen. Die Bearbeitung der Schneidezähne ist aber eine fundamentale Voraussetzung für die Herstellung der sogenannten 3-Punkt-Balance.

Wir sprechen von Drei-Punkt-Balance, wenn bei geschlossenen Kiefern die Backen- und Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers gleichzeitig Kontakt haben. Der Kaudruck verteilt sich in einem solchen Gebiss zwischen diesen drei Punkten:

1. Kiefergelenk

2. Backenzähne

3. Schneidezähne

Der Zweck der Schneidezahnbehandlung liegt also in erster Linie in einer Verbesserung der Backenzahnokklusion. Einige Pferde benötigen auch eine Verbesserung der Schneidezahnokklusion. Diese Behandlungen zielen darauf ab, eine sog. DREI-PUNKT-BALANCE der Kiefer herzustellen.

Vor der Scheidezahnbehandlung - Backenzähne haben keinen Kontakt Nach der Schneidezahnbehandlung - Backenzähne haben Kontakt und können ihre Malfunktion optimal ausüben

 

 

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